Blog > News
17.11.2020

Merinoschafe und ihr beliebtes multifunktionales Fellkleid

Merinowolle bildet die Basis der meisten Produkte bei GIESSWEIN. Der Umweltgedanke wird bei uns groß geschrieben. So wird auch unser Basiselement aus der Natur gewonnen, genauer gesagt von den sogenannten Merinoschafen. Diese Schafrasse zählt zu den ältesten und wiederstandfähigsten. Immerhin wurden sie von den Nomaden in den Hochebenen des Atlas Gebirges gehalten, mussten somit in einem Jahr mehrere hundert Kilometer zurückzulegen und dabei der Kälte aber auch Hitze der Gebirgsregionen trotzen. Temperaturschwankungen bis zu 50 Grad sind für die Tiere kein Problem, denn ihr Fell hat sich an diese Verhältnisse über die Jahrhunderte angepasst. Diese Eigenschaften liefern die perfekten Voraussetzungen für die Herstellung von Funktionskleidung. Im Folgenden wollen wir uns den Lieferanten unseres wertvollen Rohstoffes einmal genauer anschauen.

 

Inhalt:

Wo lebt das Merinoschaf?

Wie sieht das Merinoschaf aus?

Wozu werden Merinoschafe gezüchtet?

Die besten Merino Produkte

Ist Merino Wolle ethisch vertretbar?

Wo lebt das Merinoschaf?

Merinoschafe kommen ursprünglich aus Nordafrika und sind im Mittelalter durch den Handel mit den Berbern nach Spanien gelangt. Durch ihre feine Wolle hat man schnell ein wirtschaftliches Interesse an ihnen gewonnen. Die Zucht hat sich allerdings erst im 19. Jahrhundert auf andere Länder ausgedehnt. Heutzutage werden sie vorwiegend in Australien und Neuseeland gezüchtet, wo die Wollherstellung ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor ist. Aufgrund der großen Weideflächen entwickelte sich Schafzucht dort zur Massenproduktion, mit dem weltweit größten Schafbestand von über 120 Millionen Tieren allein in Australien. In Deutschland werden zum Vergleich nur etwa 1,5 Millionen Schafe gehalten. Australien ist also mittlerweile der Hauptlieferant für Merinowolle.

Wie sieht ein Merinoschaf aus?

Ein Merinoschaf unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht allzu sehr von einem anderen Schaf. Typisch ist allerdings ein recht langer und keilförmiger Kopf, der mit etwas mehr Haaren versehen ist, als beim normalen Hausschaf. Dieser Wollschopf auf der Stirn wird auch Schaupe genannt. Die Ohren hängen etwas tiefer als bei anderen Schafen und sind im Verhältnis ein wenig breiter. Da die Schafe so gezüchtet sind, dass die Haut möglichst viele Falten wirft und dadurch mehr Wollfläche entsteht, wirken die Merinoschafe auch deutlich kräftiger als andere Schafarten. Die Struktur der Wolle ist jedoch viel feiner. Merinoschafe sind im Normalfall auch etwas länger als ein gewöhnliches Hausschaf. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, ist die Wolle sehr weiß und wird deshalb als reinweiß bezeichnet.

Was ist der Unterschied zwischen einem Merinoschaf und einem Hausschaf

Wozu werden Merinoschafe gezüchtet?

Merinoschafe werden hauptsächlich für ihre Wolle gezüchtet. Auch ihr Fleisch wird konsumiert, allerdings nur in geringem Umfang, denn die Wolle macht die Tiere oft zu wertvoll, um sie wegen des Fleisches zu schlachten. Merinowolle ist eine sehr feine Wolle im Vergleich zu anderen Wolltypen und deshalb perfekt geeignet für die Herstellung von Bekleidung. Die feine Struktur und die lange Lebensdauer haben die Wolle zu Beginn des 20 Jahrhunderts immer beliebter gemacht. Vor allem das Militär hat die Vorteile für den Outdoor Gebrauch  für sich entdeckt. Nach dem ersten Weltkrieg, hat die Merinowolle ihren Weg in die Modewelt gefunden. Sie wird seither von vielen Designer verwendet und ist aufgrund der vielen Vorzüge ein stets beliebtes Material. Die atmungsaktive Wolle reguliert die Temperatur, sie hält im Winter warm und sorgt im Sommer für angenehme Kühle. Außerdem nimmt sie aufgrund ihrer schuppigen Oberfläche unangenehme Gerüche auf noch bevor Bakterien unseren Schweiß zersetzen und dieser zu stinken beginnen kann. Die wasserabweisenden Fasern der Wolle verhindern zusätzlich die Entstehung eines feuchten Klimas, welches das Wachstum von Bakterien begünstigt. Mit dieser antibakteriellen Wirkung sorgt die Merinowolle für Tragekomfort von den Schuhen bis zur Jacke. Die Vorteile und positiven Eigenschaften der funktionalen Naturfaser liegen also klar auf der Hand.

Merinowolle vom Merinoschaf

Die besten Merino Produkte

Die Vorzüge dieser Wolle kommen besonders bei Schuhen zum Vorschein und werden im gesamten Giesswein Sortiment zu ihrem Vorteil genutzt. Der Wool Cross X Sportschuh ist wasserabweisend und temperaturregulierend, der Merino Runner weich und absolut bequem, sodass du ihn am liebsten nur noch barfuß tragen möchtest.

Doch nicht nur an unseren Füßen glänzt die Merinowolle. Unsere Damen- und Herrenmützen aus Merinowolle sind genial für kalte Wintertage, sei es für den Weg zur Arbeit oder sportliche Aktivitäten. Es gibt nichts was unsere Merinostoffe nicht schaffen. Egal ob du dir einen gemütlichen Tag zuhause machen willst oder lieber einen actionreichen Tag draußen verbringen willst, unsere Merino Produkte sind die perfekten Begleiter für jeden Lifestyle. Unsere Wollhausschuhe, halten sogar die kältesten Füße warm.

Ist Merino Wolle ethisch vertretbar?

Bei Giesswein stellen wir sicher, dass unsere Merinowolle von Farmen kommt, die ethisch einwandfrei mit den Tieren umgehen. Deshalb arbeiten wir nicht mit Schaffarmen, die Mulesing Methoden anwenden. Beim Mulesing werden Hautlappen rund um den Schwanz der Tiere entfernt, in denen sich häufig Fliegen und deren Larven einnisten. Diese fressen sich in die Haut und verursachen oft schwere Infektionen, sodass die Tiere sogar verenden können. Die Schafe vor diesen Parasiten zu schützen ist an sich nicht verwerflich. Die Hautfalten ohne Betäubung zu entfernen ist jedoch Tierquälerei und das können wir nicht mit unseren Werten vereinbaren. Wir arbeiten deshalb ausschließlich mit Schaffarmen in Uruguay zusammen, wo dieser Fliegenmadenbefall nicht existiert und deshalb auch nicht die Notwendigkeit besteht, die Tiere dagegen zu behandeln.

Mehr zum Thema Mulesing kannst du in unserem Blogpost „Nein zu Mulesing“ erfahren.

Warum verarbeiten wir die Wolle außerdem noch guten Gewissens? Die Wolle der Schafe verhält sich wie die Haare der Menschen, sie wächst kontinuierlich nach. Die Schafe müssen also mindestens einmal im Jahr bis auf die Haut geschoren werden, nicht nur um die kostbare Wolle zu gewinnen, sondern auch um die Gesundheit der Tiere zu gewährleisten. Zwischen zwei und vier Kilogramm gewaschener Wolle fallen dabei pro Jahr durchschnittlich von einem Schaf ab. Wenn Schafe nicht geschoren werden, verfängt sich mehr Dreck in ihrem Fellkleid, was wiederum den Befall mit Parasiten begünstigt. Wird die Wolle zu viel, werden die Tiere in ihrer Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt oder es kann passieren, dass sie nichts mehr sehen können. Da die Wolle wieder nachwächst, ist sie ein nachhaltiges Naturprodukt, das zudem biologisch abbaubar ist. Die Verwendung von Merinowolle ist deshalb Teil der Green Strategy, die wir bei Giesswein verfolgen. Jedes unserer Produkte wird mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und unter Einhaltung unserer Zero-Waste-Policy hergestellt.